Kampftag für Rechte der FrauenBeim Internationalen Frauentag stellen im Rathaus regionale Gruppen ihr Engagement vor wos. BAD SOBERNHEIM - Der im Rahmen des Internationalen Frauentages von der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) veranstaltete Nachmittag im Sitzungssaal des Rathauses stieß auf große Resonanz. Gespickt mit informativen Beiträgen engagierter Frauen und Frauengruppen so wie musikalischer Intermezzi von Iris Wenz und Klaus Mohr wurden die Zuhörerinnen auf den neuesten Stand gebracht, was die Aktivitäten der Frauen aus der Region für ihre Mitstreiterinnen und die Gesellschaft betrifft. Die AsF-Vorsitzende Elisabeth Bieger betonte in ihrer Begrüßung, der Internationale Frauentag sei "ein Kampftag für die Rechte der Frauen für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen". Das engagierte Treiben der Frauen aus Bad Sobernheim sei ihr schon in der Vorbereitung aufgefallen, womit sie sich in dem zur Veranstaltung ausgewählten Motto "Frauen engagieren sich" bestätigt sah. Die Projekte der vorgestellten Vereinigungen unterstrichen das aktive Leben Sobernheimer Frauen. Die Repräsentantinnen des Vereins "Frauen für die Nahe-Region e.V." haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Frauenarbeitslosigkeit in der Region zu bekämpfen. Sie wollen aufklären, dass es mehr als "die typischen zehn" Frauenberufe gebe und schon in den Schulen über die moderne Berufswelt informieren. Christa Rettelbach, unter dem Mantel der FRIDS-Dienstleistungsstelle für die "Berufsaspirantinnen - Abenteuer Lebensplanung" anwesend, kämpft ebenfalls für Frauen im Beruf. Mit der in der Kurstadt ansässigen Organisation hat sie ein konkret formuliertes Ziel: "Wir wollen den Dschungel lichten, Berufsperpektiven erweitern, Ängste abbauen und den jungen Frauen helfen, eigene Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entdecken." Den Seniorenförderverein stellte Sibille Redeker vor. Sie möchte das "Miteinander und Füreinander" im Zusammenleben der Generationen fördern. Das Fernziel sei, ein Haus der Demenzstiftung in Bad Sobernheim einzurichten. Auf drei Arbeitskreise verwies Renate Scheffeld in ihrer Funktion als lokale Agenda 21 -Beauftragte. Der Bereich "Energie, Wirtschaft und Verkehr" arbeitet auf die bald stattfindende Sobernheimer Umweltmesse hin, weiterhin steht "Umwelterziehung" und zukünftig auch "Verkehrsverhalten" auf dem Programm. Die "Soroptimistinnen des Internationalen Clubs Nahetal", repräsentiert von Kurhaus-Chefin Elke Bollant, haben es sich ebenfalls auf die Fahnen geschrieben, ihren Geschlechtsgenossinnen im Alltagsleben in Problemfragen beizustehen. "Über Anregungen und konkrete Vorschläge sind wir immer dankbar, die wir bei unseren monatlichen Treffen aufgreifen können", ermunterte sie die Frauen, die in Schwierigkeiten stecken.
Als absoluter Höhepunkt erwies sich die Lesung der Saarbrücker Autorin Dolly Hüther. In ernsthafter, ironischer und zugleich amüsanter Art las sie Passagen aus ihrem Werk "Dolly ess dei Supp". Alleine die Entstehung des Buchtitels steht Pate für die Kämpferin in Sachen Frauenrechte. Auf einem Empfang diskutierte sie angeregt über die Gleichberechtigung für Frauen, als ein anscheinend genervter Mann am Tisch meinte, sie solle doch ihre Suppe essen, bevor sie kalt werde. Was so viel hieß wie: "Seien Sie doch endlich ruhig!" Ungerecht behandelte Frauen können über die Ankündigung der Autorin froh sein: "In dieser Sache werde ich nie den Mund halten!" Quelle: Allgemeine Zeitung vom 10. März 2003 |