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Männer sehr rar

Frauentag im Rathaus

BAD SOBERNHEIM. Zum Internationalen Frauentag, der unter dem Motto „Frauen wollen Frieden" stand, lud die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) unter Federführung von Elisabeth Bieger zum unterhaltsamen Nachmittag ins Rathaus ein. Die Veranstaltung erfreute sich großer Beliebtheit, so dass es über den ganzen Nachmittag selten einen freien Platz gab.

Selten ein freier Platz
Elisabeth Bieger begann den Themennachmittag mit einer kurzen Ansprache und erinnerte auch an die Anfänge dieses Internationalen Kampftages für die Rechte der Frauen, der von jüngeren Generationen nicht mehr so angenommen wird, obwohl „die gesellschaftliche Benachteiligung der Frauen immer noch nicht behoben ist". Mit einem Zitat der Philosophin Simone de Beauvoir machte sie klar, dass der Kampf um die Rechte auch von Jüngeren geführt werden muss: „Frauen, die nichts fordern, werden beim Wort genommen!"

Im Laufe des Nachmittags stellten sich verschiedene Organisationen vor, die sich für ihre Mitfrauen engagieren: Die „Frauen für die Naheregion" stellten ihr Projekt „Berufspiratinnen" vor, mit dem sie in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt jungen Frauen vor allen Dingen eine den Fähigkeiten entsprechende und vielleicht noch wichtiger, eine frühzeitige Stellensuche ermöglichen. Außerdem erläuterte der Seniorenförderverein unter der Leitung von Sibille Redeker seine Projekte und Arbeitsfelder. Und Agenda-Beauftragte Renate Scheffold beleuchtete die Aufgaben der Lokalen Agenda 21 vor, die vor gut zehn Jahren in Rio de Janeiro beschlossen wurde. Mehrere Arbeitsgruppen versuchen, die damals so idealistischen Ideen zu verwirklichen. Auch die Soroptimistinnen International Club Nahetal stellten sich vor.

Dann ging man langsam vom informativen zum unterhaltsamen Teil über: Sibille Redeker, Sabine Werking und Doris Dahl trugen Gedichte der Autorin Dolly Hüther vor, die dann später selbst zu ihrem Buch „Dolly, ess dei Supp" griff und einige Episoden daraus mit einer teils unterschwelligen, teils sehr aggressiven Ironie, die zum Schmunzeln, aber auch zum Kopfschütteln verlockt, dem Publikum vorlas.

Einziger Wermutstropfen
Die literarischen Passagen wurden ab zu durch die musikalischen Intermezzi von Iris Wenz und Klaus Mohr aufgelockert. Einziger Wermutstropfen des gelungenen und sehr gut besuchten Nachmittags war vielleicht, dass sich das männliche Geschlecht mit Ausnahme des Gitarristen, Mohr und der Lokalpolitiker, Peter Wilhelm Dröscher, Werner Bohn und Jung-Genosse Markus Below kein Mann in den Saal traute. (car)

11. März 2003

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